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Nelkenöl – alles rund um das Hausmittel zur Schmerzlinderung

Nelkenöl – alles rund um das Hausmittel zur Schmerzlinderung

Entzündungen im Mundraum und Zahnschmerzen sind unangenehm und eine permanente Belastung im Alltag. Um nicht auf chemische Medikamente zurückgreifen zu müssen, gibt es bekannte Hausmittel wie das Nelkenöl, das sich nicht nur als Aroma- und Gewürzmittel in der Küche eignet. Gerade auch für die Schmerzbehandlung findet es in der traditionellen Hausmedizin Anwendung. Nelken führen durch ihre ätherischen Inhaltstoffe zu einer Betäubung und Schmerzlinderung an entzündeten Stellen. Konzentriertes Nelkenöl wirkt noch etwas stärker und ist in Apotheken erhältlich. Alles Wissenswerte rund um das Hausmittel erfährst du hier.

Woraus besteht Nelkenöl?

Die konzentrierte Variante des Nelkenöls, die du etwa zur Behandlung von Schmerzen im Mundraum verwendest, besteht aus den getrockneten Stielen, Blättern und Knospen der Gewürznelke. Das bekannte Naturheilmittel ist einer der besten Schmerzstiller und hilft gegen Entzündungen, Viren und Pilze. Die Wirkung der Nelken ist bereits seit der Antike bekannt.

Gewürznelken stammen von dem immergrünen Baum „Syzygium aromaticum“, einem Myrtengewächs, das ursprünglich aus Indonesien stammt. Nelken werden immer in getrockneter Form verwendet und entwickeln so ihre typisch dunkelbraune Farbe. Das Nelkenöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen und enthält Eugenol sowie aromatische Verbindungen und ätherische Öle. Die genauen Inhaltsstoffe hängen davon ab, welcher Teil des Gewürznelkenbaums für die Extraktion benutzt und welche Konzentration erzielt wird.

Was ist Eugenol?

Eugenol ist ein wichtiger Bestandteil im Nelkenöl und bestimmt dessen intensiven Geruch mit. In natürlicher Form kommt es auch in Zimtölen, Muskat, Lorbeer und Basilikum und sogar in Früchten wie Bananen und Kirschen vor. Anwendung findet Eugenol als entzündungshemmendes und antibakterielles Mittel in der Zahnheilkunde, aber auch in der Parfumindustrie oder in der Papierherstellung. Im Nelkenöl hat es einen Anteil von etwa 80 Prozent.

Welche Wirkung hat Nelkenöl?

Farblich ist das Nelkenöl meistens leicht gelblich bis bräunlich und hat einen sehr intensiven und würzigen Geruch. Da Nelkenöl häufig im Mundraum verwendet wird, spielt auch der Geschmack eine Rolle, der in der Regel als brennend beschrieben wird.

Nelkenöl wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, desinfizierend und schmerzstillend. Durch den hohen Anteil von Eugenol entsteht auch eine betäubende Wirkung. Daher findet es als milde pflanzliche Alternative zu typischen synthetischen Lokalanästhetika Verwendung. Daneben ist Nelkenöl antioxidativ und wirkt gegen freie Radikale im Körper. Schliesslich ist Nelkenöl auch antimikrobiell und antiseptisch und bekämpft entsprechend Viren, Bakterien und Pilze.

Wie hilft Nelkenöl bei Entzündungen und Schmerzen?

Eine kleine Menge Nelkenöl genügt bereits, um einen schmerzenden Bereich im Mundraum zu betäuben. Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften wirken Nelken direkt auf der Haut und dringen durch die kleine Teilchengrösse schnell ein. Deshalb trägst du bei Entzündungen am Zahnfleisch oder bei Zahnschmerzen das Nelkenöl unverdünnt direkt auf die Wunde auf. So gelangen die Wirkstoffe sofort in deinen Blutkreislauf und entfalten dort ihre antibakterielle Wirkung. In den Zellen beeinflusst das Nelkenöl auch den Kalziumhaushalt, was einen schmerzstillenden Effekt nach sich zieht.

Was wird mit Nelkenöl behandelt und wie viele Tropfen sollte ich verwenden?

Meistens wird Nelkenöl als Heil- und Hausmittel verwendet, besonders bei Entzündungen im Mundraum. Aber auch bei Bakterien und Pilzen ist Nelkenöl die beste Wahl und tötet durch die wertvollen ätherischen Inhaltsstoffe Keime zuverlässig ab. Dadurch ist es ein hervorragendes Mundwasser und hilft sogar gegen Mundgeruch.

Als Hausmittel wirkt Nelkenöl auch bei Halsschmerzen. Du solltest es hier jedoch nur stark verdünnt mit einigen Tropfen in Wasser anwenden. Auch lindert das Öl Schmerzen bei Insekten- und Mückenstichen. Du kannst damit kleinere Wunden behandeln, damit sie schneller heilen. Nelkenöl ist auch Teil der Aromatherapie und wirkt entspannend.

Im Bereich der Geburtshilfe und Schwangerschaft kann Nelkenöl die Geburt einleiten. Das ist jedoch nur dann notwendig, wenn der berechnete Entbindungstermin überschritten ist. Eine sehr geringe Dosis genügt und wird nach der Geburt und Behandlung dann auch wieder schnell vom Körper ausgeschieden.

Wie toxisch ist Nelkenöl in grösseren Mengen?

Die Anwendung von Nelkenöl erfordert eine gute Dosierung. Es ist wichtig, dass du nur eine geringe Menge verwendest, da ansonsten eine ätzende bis giftige Wirkung eintreten kann. Eine Überdosierung kann auch auf das Lebergewebe Einfluss nehmen und dieses schädigen. Bei kleineren Wunden und Entzündungen genügen ein bis zwei Tropfen auf einem Wattebausch. In dieser Menge ist Nelkenöl ungiftig und wirkt zuverlässig schmerzstillend und antiseptisch. Möchtest du Nelkenöl bei der Inhalation oder beim Gurgeln verwenden, dann benutze es immer stark verdünnt, um den gewünschten Heilerfolg zu erzielen.

Was ist der Unterschied zwischen Gewürznelken und Nelkenöl?

In der Wirkung haben Gewürznelken und Nelkenöl ähnliche Eigenschaften, wobei die extrahierte und konzentrierte Form des Öls einfacher anzuwenden ist, wohingegen die getrockneten Gewürznelken sehr hart sind und zerkaut werden müssen. In der Schweiz ist daher eher der Kauf von Nelkenöl zu empfehlen, das durch die Konzentration schneller und intensiver gegen Schmerzen hilft.

Du kannst Nelkenöl auch selber machen, wobei diese Variante allerdings die Wirkung nach einiger Zeit verliert. Dafür benötigst du etwa sechs bis zwölf getrocknete und gemahlene Gewürznelken, etwa 30 Milliliter Olivenöl und einen kleinen und sterilisierten Glasbehälter. Besser ist es jedoch, das pflanzliche Arzneimittel einfach in der Apotheke zu kaufen.

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