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Mukositis und Periimplantitis – Entzündung von Mukosa und Implantatbett

Mukositis und Periimplantitis – Entzündung von Mukosa und Implantatbett

Bei der Mukositis handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhäute. Sie ist eine Nebenwirkung einer Bestrahlungs- oder Chemotherapie. Die Häufigkeit, mit der eine Mukositis bei einer Krebsbehandlung auftritt, liegt zwischen 40 und 80 Prozent. Aber auch zahnmedizinische Eingriffe bergen das Risiko für Schleimhautentzündungen der Mundhöhle. Bei der Periimplantitis entzündet sich der Bereich um ein Zahnimplantat. Eine Lockerung mit Einklappen oder der Verlust des Implantats können die Folgen sein. Wie eine Mukositis entsteht, welche Symptome sie verursacht und wie sie therapiert wird, erfährst du hier.

Was ist eine Mukositis?

Als Mukositis wird eine Entzündung der Schleimhäute bezeichnet. Der Name setzt sich aus „mucosa“ und der Endung „-itis“ zusammen. Die Mukosa oder Tunica mucosa ist eine Schicht aus Epithelzellen, die Hohlorgane wie den Verdauungstrakt auskleidet. Meist ist sie von einer Schleimschicht, dem Mucus, überdeckt. Die Endung „-itis“ sagt aus, dass es sich um einen entzündlichen Prozess handelt. Beschränkt sich die Schleimhautentzündung auf die Mundhöhle, werden die Begriffe orale Mukositis oder Stomatitis verwendet.

Wie kommt es zu einer Entzündung der Mukosa?

Eine häufige Ursache für eine Mukositis ist die Radiotherapie. Bei der Bestrahlung von Kopf oder Bauch aufgrund von Krebserkrankungen kann die Schädigung der Mukosa als Nebenwirkung auftreten. Bei einer hoch dosierten Chemotherapie ist das Risiko für die Entwicklung der Mukositis sogar noch höher. Diese Arten der Behandlung zielen auf sich schnell teilende Zellen wie Tumorzellen ab. Aber auch Zellen der Schleimhäute des Verdauungstraktes besitzen eine hohe Teilungsrate, da sie sich regelmässig regenerieren müssen. Durch Strahlen und Chemotherapeutika werden sie zerstört, die Schleimhaut bildet sich zurück und ist empfindlicher für Infektionen oder mechanische Schädigungen. Eine Infektion kann auch alleiniger Auslöser für eine Schleimhautentzündung sein. Weitere Ursachen sind die Anwendung von Immunsuppressiva, eine ungenügende Mundhygiene oder Reizungen der Schleimhaut aufgrund der Ernährung (zum Beispiel durch zu heisse oder zu scharfe Nahrung). Eine Mukositis der Mundhöhle tritt zudem als Nebenwirkung zahnmedizinischer Eingriffe auf.

Wie sieht eine Mukositis aus?

Die Mukositis wird in fünf Schweregrade unterteilt. Die Einteilung beginnt bei Grad 0 und endet bei Grad IV. Bei Grad 0 sind noch keine Veränderungen an den Schleimhäuten sichtbar. Bei Grad I finden sich leichte Rötungen oder Beläge. Ab Grad II ist die Entzündung deutlich erkennbar. Auch Blutungen kommen vor. Breiten sich die Entzündungsherde aus und gehen ineinander über, ist Grad III erreicht. Fibrinöse Auflagerungen sind zu sehen. Der vierte und höchste Schweregrad ist mit tiefen Geschwüren und starken Blutungen verbunden. Schmerzen treten ab Grad I auf. Vor allem die Schädigung der Mundhöhlen-Schleimhäute ist sehr schmerzhaft und belastend. Ab Grad III ist in der Regel keine normale Nahrungsaufnahme mehr möglich.

Welche Symptome treten bei der Mukositis auf?

Ausser den Schmerzen, die mit dem Schweregrad der Mukositis zunehmen, können weitere Beschwerden auftreten. Diese hängen auch davon ab, welcher Bereich des Gastrointestinaltraktes von der Mukositis betroffen ist. Bei einer Bestrahlungstherapie beginnen die Symptome meist in der zweiten Woche der Behandlung und können bis zu acht Wochen bestehen bleiben. Als Symptome einer Mukositis kommen vor:

  • Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme (Öffnen des Mundes, Kauen, Schlucken)
  • Dehydrierung und Unterernährung
  • Rötungen oder Blut in der Mundhöhle
  • Verlust des Geschmacksinns
  • Zahnlockerungen oder Zahnverlust
  • Magen-Darm-Blutungen
  • Blässe
  • Durchfall

Wie entsteht eine orale Mukositis als Nebenwirkung von Implantatbehandlungen?

Eine fortgeschrittene Mukositis um den Bereich eines Zahnimplantates wird in der Zahnmedizin auch als Periimplantitis bezeichnet. Während in einem frühen Stadium die Zahnfleischentzündung um das Implantat mit einer Therapie wieder ausheilen kann, ist die Periimplantitis mit irreversiblem Knochenschwund verbunden. Durch den Rückgang des Kieferknochens kann es zu einer Lockerung mit Einklappen des Implantats oder zu einem Implantatverlust kommen. Die Entzündung entwickelt sich durch Bildung von Bakterienbelägen am Zahnersatz. Begünstigende Faktoren für die Ansammlung von Infektionserregern sind eine schlechte Mundpflege, Rauchen, unregelmässige zahnärztliche Implantatkontrollen, eine bestehende Parodontitis oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Zur Diagnostik einer Implantatbettentzündung nutzt dein Zahnarzt eine Kombination aus klinischer Untersuchung mit Sondierung (beispielsweise der bukkalen Implantattaschen), Röntgendiagnostik und Markertests. Bemerkst du Schmerzen oder Rötungen im Bereich eines Zahnimplantats oder stellst du eine Lockerung fest, solltest du dich auf eine Periimplantitis untersuchen lassen.

Was bedeutet bukkal?

Das Wort „bukkal“ kommt von dem lateinischen Begriff „bucca“ für Backe. In der Zahnmedizin bedeutet „bukkal“ die wangenseitige Fläche der Zähne. Alle Backenzähne haben beispielsweise eine bukkale Zahnfläche. Im Gegensatz dazu bezeichnet der Zahnarzt die innen liegende Fläche der Backenzähne im Unterkiefer mit „lingual“ (zungenseitig) und im Oberkiefer mit „palatinal“ (gaumenseitig).

Wie erfolgt die Behandlung einer Mukositis und wie werden Einklappen und Verlust eines Zahnimplantats verhindert?

Die wichtigste Massnahme bei einer schweren Mukositis oder Periimplantitis ist die Sicherstellung der Ernährung. Patienten, die aufgrund einer oralen Mukositis keine Nahrung mehr zu sich nehmen, können zum Beispiel über Sonden ernährt werden. Weiterhin wird dein Arzt dir Antibiotika verordnen, um gezielt Bakterien zu bekämpfen und weitere Sekundärinfektionen zu verhindern. Bei einer Periimplantitis ist die Säuberung des Implantats essenziell. Ein Einklappen oder ein Verlust des Zahnersatzes sowie ein weiterer Knochenabbau sollen verhindert werden. Kombinationen aus nicht-chirurgischen und chirurgischen Therapieverfahren haben die höchsten Erfolgsraten. Am wichtigsten ist jedoch die Vorbeugung. Schon vor der Implantatsetzung solltest du abklären lassen, ob ein Risiko für eine Periimplantitis besteht. Eine gute Mundhygiene und regelmässige zahnärztliche Kontrollen sind weitere wichtige Präventivmassnahmen.

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