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Kieferentzündungen – Alles rund um Erkennung, Vorbeugung, Heilung

Kieferentzündungen – Alles rund um Erkennung, Vorbeugung, Heilung

Entzündungen im Kiefer können starke Schmerzen bewirken. Unbehandelt führen sie nicht selten zu chronischen Erkrankungen und zu dauerhaften Schäden. Wo liegt die Ursache für die Entzündungen? Sind es immer die Zähne? Machen sich Kieferentzündungen bemerkbar, bevor die Schmerzen auftreten? Welche Behandlungsmöglichkeiten versprechen einen Heilungserfolg und welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner? Die Fragen rund um das Thema Kieferentzündung sind vielfältig. Wir haben dir die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Welche Arten von Entzündungen des Kiefers gibt es?

Kieferentzündungen werden untergliedert in

  • Entzündungen der Kieferknochenhaut (Periostitis)
  • Entzündungen des Kieferknochengewebes (Ostitis)
  • Entzündungen des Kieferknochenmarks (Osteomyelitis)

Für alle drei gilt: Die Erkrankungen breiten sich schnell aus und treten häufig zusammen auf.

Sind die Symptome auf den Mundraum beschränkt?

Die ersten Anzeichen für Entzündungen im Kieferknochen sind oft unspezifisch und können überall im Körper auftreten. Zu ihnen gehören etwa:

  • grippeähnliche Symptome
  • Fieber
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Mundgeruch
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • schlechte Wundheilung

Später zeigt sich die Entzündung je nach Art und Lage durch:

  • Kiefer- bzw. Zahnschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Gesichtsschmerzen
  • Bildung von Fisteln und Zysten
  • Lockerung der Zähne
  • Pochen im Kiefer
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Erwärmung

Wie erfolgt die Diagnose und wie gestaltet sich die Therapie?

Der behandelnde Zahnarzt oder Kieferorthopäde ist oft in der Lage, entzündliche Prozesse allein durch einen Blick in die Mundhöhle zu erkennen. Röntgen, Computertomografie und andere bildgebende Verfahren helfen, Veränderungen am Kieferknochen sichtbar zu machen. Doch Vorsicht: Nicht jede Kieferentzündung macht sich durch Schmerzen bemerkbar!

Entzündungen im Kieferknochen erfordern eine professionelle medizinische Therapie. Hausmittel können die Beschwerden deutlich verschlimmern, zur Ausweitung der Entzündung auf andere Bereiche und dazu führen, dass sie chronisch wird. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, kommen Antibiotika zur Anwendung. Kälteanwendungen sind über eine begrenzte Dauer hilfreich, Wärme führt eher zu einer Verstärkung der Symptome.

Entscheidend ist, die Ursache für die Entzündung zu finden und zu beseitigen. Wenn kariöse Zähne im fortgeschrittenen Stadium oder Vereiterungen im Mund als Ursache ausgemacht werden, müssen diese entfernt werden, sobald die Beschwerden abnehmen. Entzündungen im Kieferknochen können sogenannte Knochennekrosen, das Absterben von Knochenbereichen, verursachen. In diesem Fall wird ein Neuaufbau des Knochens erforderlich. Entzündungsherde werden dabei entfernt.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Kieferentzündungen können entstehen durch

  • Frakturen
  • Einsatz von Implantaten
  • Entfernung von Zähnen
  • Operationen
  • Parodontitis, Parodontose
  • Karies
  • Belastungen durch Kraftsport und andere Sportarten
  • Viren
  • Bakterien
  • Erkältungen
  • Rauchen
  • Drogenkonsum
  • Störungen des Immunsystems
  • Diabetes mellitus
  • Bestrahlungen im Rahmen von Krebstherapien

Zahnärztliche Eingriffe wie Wurzelbehandlungen, die Entfernung von Zähnen sowie das Einsetzen von Implantaten können Bakterien das Eindringen in den Knochen ermöglichen und zu Entzündungen des Kiefers führen. Aus diesem Grund ist die professionelle Nachsorge durch einen Zahnarzt unabdingbar. Aufmerksamkeit ist auch für Eltern geboten: Schon Säuglinge und Kleinkinder können an Kieferentzündungen erkranken.

Wie kann ich einer Kieferentzündung durch gesunde Zähne vorbeugen?

Es ist möglich, Kieferentzündungen mit einer guten Zahnpflege wirksam vorzubeugen. Der geübte Blick eines Zahnarztes beim Kontrolltermin hilft, krankhafte Veränderungen frühzeitig zu bemerken und Entzündungsherde zu beseitigen. Empfohlen wird die halbjährliche professionelle Zahnreinigung, bei der Verunreinigungen entfernt werden. Die gründliche Reinigung morgens und abends bildet die Basis der Zahngesundheit. Zahnseide hilft, Ablagerungen zwischen den Zähnen zu reduzieren. Beim Auftreten sichtbarer Veränderungen im Mund, an den Zähnen, am Zahnfleisch oder am Kiefer solltest du die Hilfe eines Zahnarztes in Anspruch nehmen.

Welche Folgen können unbehandelte Entzündungen haben?

Werden Entzündungen des Kiefers nicht oder nicht rechtzeitig behandelt, kann sich eine ganze Reihe von schwerwiegenden Folgen ergeben.

  1. Chronifizierung: Die Entzündung kann chronisch werden und zu einer Beeinträchtigung des Organismus führen. Oft äussern sich chronische Entzündungen, die den Kieferknochen betreffen, nicht durch starke Schmerzen. Dies erschwert die Diagnose. Patienten klagen über lähmende Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen.
  2. Verspannungen: Unbehandelte Kieferentzündungen führen nicht selten dazu, dass Betroffene nur noch auf einer Seite kauen. Dadurch entstehen Nackenverspannungen, Kopf- und Rückenschmerzen.
  3. Rheumatische Erkrankungen und Migräne: Entzündungen im Kieferknochen gelten als Auslöser für rheumatische Beschwerden und Migräne.
  4. Infarkte: Entzündungen im Mund erhöhen unbehandelt das Risiko eines Herzinfarktes. Die Krankheitserreger können sich vermehren und gelangen über die Blutbahn auch in andere Körperteile. Dies führt zu einer Schwächung des Herz-Kreislauf-Systems, zur Abnahme der Elastizität der Blutgefässe und damit zur Gefahr von Herzinfarkten und Schlaganfällen.
  5. Sepsis: Entzündungen im Körper können eine Blutvergiftung nach sich ziehen und ohne ärztliche Behandlung sogar zum Tod führen.

Was tun bei Kieferentzündungen?

Entzündungen im Kiefer treten bei Kindern und Erwachsenen auf. Sie können verschiedene Ursachen haben und machen sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Wichtig ist, dass du schon bei den ersten Anzeichen eine Praxis für Zahnmedizin aufsuchst. Der Zahnarzt kann Veränderungen schnell erkennen und zusätzliche bildgebende Möglichkeiten zur Diagnose nutzen. Akute Entzündungen im Kiefer werden mit Antibiotika erfolgreich therapiert. Unbehandelte Entzündungen stellen jedoch eine enorme Gefahr für die Gesundheit da, sie können chronisch verlaufen und Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Kieferentzündungen kannst du zwar nicht immer vermeiden, ihnen aber wirksam vorbeugen. Neben der täglichen Pflege der Zähne und des Zahnfleischs trägt auch die regelmässige Kontrolle durch einen Zahnarzt zur Gesunderhaltung bei.

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