Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Zahnärzte in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Chlorhexidin gegen Entzündungen im Mundraum

Chlorhexidin gegen Entzündungen im Mundraum

Chlorhexidin oder chlorhexidine gluconate ist ein Antiseptikum. Es wird vor allem zur unterstützenden Therapie bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich sowie zur Behandlung einiger Infektionskrankheiten verwendet. In der Schweiz ist der Wirkstoff als Gel, Spray und als Lösung erhältlich. Hier auf unserem Vergleichsportal stellen wir dir alle wichtigen Informationen über das antiseptische Arzneimittel zur Verfügung.

Chlorhexidin – was ist das?

Chlorhexidin ist ein zweifach positiv geladenes Molekül, welches in einer neutralen und wässrigen Lösung vorliegt. Im Handel ist es unter anderem in Kombination als Acetat oder Chlorid erhältlich. Für medizinische Behandlungen nutzt man jedoch eher Chlorhexidindigluconat, denn im Gegensatz zu Chlorhexidine ist Gluconat wasserlöslich.

Was die chemischen Reaktionen angeht, die der Stoff eingeht, ist es vor allem wichtig zu wissen, dass es zwei weit verbreitete Inhaltsstoffe inaktiviert, die häufiger in Zahnpasten vorkommen, nämlich Triclosan und Natriumlaurylsulfat. Während der Behandlung mit dem Wirkstoff solltest du also besser auf eine Zahnpasta zurückgreifen, die diese beiden Inhaltsstoffe nicht enthält. Und grundsätzlich wartest du nach dem Putzen deiner Zähne du am besten etwa eine Stunde, ehe du Chlorhexidin verwendest.

Was bewirkt das Antiseptikum Chlorhexidine?

Das Antiseptikum bekämpft Krankheitserreger auf zweifache Weise. Zum einen dringt es in die Zellmembran des Erregers ein, zum anderen verändert es auch dessen Oberflächenbeschaffenheit. Dies gelingt aber nicht bei allen Bakterien. Für welche Erreger ist das Antiseptikum wirksam? Eine deutlich negative Antwort gibt es bei Karies: Wissenschaftliche Studien haben bisher keine Anzeichen dafür gefunden, dass Chlorhexidin die Mundfäule bekämpfen kann. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von einschlägigen Anwendungsmöglichkeiten des Wirkstoffes, die für die Mundhygiene von Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Halsschmerzen
  • Entzündungen von Schleimhaut oder Zahnfleisch
  • Mundgeruch
  • Mundtrockenheit
  • Gingivitis
  • Parodontitis

Ausserdem findet Chlorhexidin Anwendung bei der Nachversorgung von chirurgischen Eingriffen in Mund- und Rachenraum sowie bei der Spülung von Wurzelkanälen. Doch Vorsicht: Den zahlreichen Wirkungen stehen auch eine ganze Reihe von bekannten Nebenwirkungen und Risiken gegenüber. Aufgelistet in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit sind diese:

  • Kontaktallergie
  • Nesselsucht
  • Zahnfleischbluten
  • irritierte Mundschleimhaut
  • Veränderungen der Mundschleimhaut
  • Taubheitsgefühl der Zunge
  • Störung der Geschmackswahrnehmung
  • Bräunliche Verfärbungen an Zunge und Zähnen

Warum verfärbt Chlorhexidin die Zähne?

Möchtest du eine Therapie mit Chlorhexidin über einen längeren Zeitraum durchführen, kann eine bräunliche Verfärbung deiner Zähne, von Kunststofffüllungen und deiner Zungenoberfläche stattfinden. Diese verschwinden in der Regel nach dem Absetzen des Medikaments wieder. Bei anhaltenden Verfärbungen hilft ein Zahnarzt, diese mit einem speziellen Verfahren zu entfernen. Warum bei einigen Patienten unterschiedliche Abstufungen von Verfärbungen auftreten, ist allerdings bis heute nicht genau geklärt. Als eine denkbare Ursache gilt die individuelle Speichelzusammensetzung.

Wie wirkt Chlorhexidin gegen Bakterien?

Das positiv geladene Molekül lagert sich an den negativ geladenen Teilen der Zähne und der Mundschleimhaut ab. Dort wird es aus der Lösung langsam aber stetig freigesetzt. Das Antiseptikum besitzt dadurch in seiner Anwendung eine besonders lang anhaltende Wirkung. Da die Zahnbeläge und die zugehörigen Bakterien äusserlich ebenfalls negativ geladen sind, binden sie sich an das Chlorhexidin. Dadurch lösen sich die Bakterien zunehmen von den Zähnen und werden aus dem Mundraum fortgespült.

Wie oft kann ich Chlorhexidin am Tag verwenden?

Eine grundsätzliche Information vorneweg, wenn du Kinder hast: Bis zum zwölften Lebensjahr der Kinder gilt, dass sich ihre Eltern vor einer Anwendung zuerst mit ihrem Arzt oder Apotheker absprechen sollten. Das ist umso wichtiger, als es Chlorhexidin in ganz verschiedenen Anwendungsformen gibt. Die gängigsten Varianten verwendest du in zum Teil sehr unterschiedlichen Dosierungen:

  • Mundgel: Das Mundgel trägst du ein- oder zweimal täglich auf die gewünschte Stelle auf.

  • Mundspülungen: Bei den Mundspüllösungen geht es vor allem um die verwendete Konzentration. Die folgenden sind die gängigsten:

    • 0,1-prozentige Lösung: zweimal täglich mit 15 Milliliter spülen
    • 0,2-prozentige Lösung: zwei- oder dreimal täglich mit zehn Milliliter spülen
  • Mundspray: Der 0,2-prozentige Mundspray sprühst du zweimal pro Tag auf die gewünschten Stellen.

  • Blasenspüllösung: Eine Spülung mit einer 0,2-prozentigen Blasenspüllösung mit Chlorhexidindiacetat ist ein- oder zweimal täglich möglich.

Grundsätzlich gilt: Vermeide das Schlucken von all diesen Produkten und führe die Anwendung nur mit geputzten Zähnen und ausgespültem Mund aus.

Wie lange kann die Anwendung erfolgen?

Bei auftretenden Entzündungen im Rachen- und Mundraum kannst du Produkte mit Chlorhexidin problemlos über mehrere Tage verwenden. Übersteigt der Anwendungszeitraum zwei Wochen, so sollte dies in der Regel nur nach Absprache mit einem Zahnarzt erfolgen. Dieser hilft dir dann auch mit weiteren Lösungsvorschlägen und Tipps, sollte die Anwendung keine Ergebnisse zeitigen.

Worin ist Chlorhexidin enthalten?

Hauptsächlich kommt das Antiseptikum in der Zahnmedizin zum Einsatz. Chlorhexidine ist sowohl Bestandteil in Mundspüllösungen als auch in Lacken, die direkt auf den Zahn aufgetragen werden. Der Wirkstoff wird allerdings auch ausserhalb der Zahnmedizin eingesetzt. So spielt er auch in er Wundheilpflege als Arzneimittel eine Rolle.

Der Zahnarztvergleich für die Schweiz. Finde die besten Zahnärzte in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Parodontologie – 7 Fragen über Zahnfleischbluten und frühzeitigen Zahnverlust

Ein schönes und gesundes Gebiss wünscht sich fast jeder. Die meisten putzen sich daher regelmässig morgens und abends gründlich die Zähne, um Karies und Löchern im Zahnschmelz vorzubeugen. Auch Zahnseide kommt häufig zum Einsatz, um damit Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Was aber, wenn du beim Zähneputzen plötzlich Blut spuckst und das Zahnfleisch sich zurückzubilden scheint? Dann liegt möglicherweise eine Parodontose oder Parodontitis vor. Der Gang zum zahnärztlichen Fachmann für Parodontologie ist dann unumgänglich. Wie er dir helfen kann, erfährst du im Folgenden.

Zahnfleischtaschen: Wie sie entstehen und was man dagegen tun kann

Entzündet sich das Zahnfleisch, dann löst es sich nach und nach vom Zahn ab. Es entstehen tiefe Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien ansammeln. Gesundheitliche Probleme sind die Folge. Lässt du den Vorgang einfach weitergehen, kannst du sogar Zähne verlieren. Eine zeitnahe Behandlung durch den Zahnarzt und vorbeugende Massnahmen für danach sind daher enorm wichtig. Was die Ursachen der weit verbreiteten Zahnfleischtaschen sind, was du darüber wissen solltest und wie du sie wieder loswirst, verraten wir dir in diesem Artikel.

Zahnlücke – alles über Ursachen und Behandlung

Eine Zahnlücke kann viele Ursachen haben. Ob du sie als ästhetisches Problem wahrnimmst, hängt sowohl von dir als auch von der Position der Lücke ab. So stellt sie im Bereich der Schneidezähne in der Regel ein grösseres Problem dar als ein fehlender hinterer Backenzahn. Die Weisheitszähne lässt du oft sogar freiwillig entfernen. Die Zahnmedizin bietet glücklicherweise viele Möglichkeiten, mit einem fehlenden Zahn oder eine Lücke umzugehen – ganz egal, was die Ursache ist. Ein schönes Lächeln gelingt dir am Ende fast immer.

Fluorid zur Zahnpflege – ist das wirklich nötig?

Seit einiger Zeit ist Fluor im Zusammenhang mit Zahnhygiene wieder ein Thema. Kritiker befürchten Gesundheitsschäden, während Zahnmediziner unermüdlich darauf hinweisen, dass der Stoff für die Kariesprophylaxe unentbehrlich ist. Und im Fachhandel finden sich vermehrt Zahnpflegeprodukte, die ausdrücklich auf Fluorzusätze verzichten. Lange waren Wissenschaftler überzeugt, dass die Menschen generell an Fluormangel leiden. So wurden vielerorts einzelne Lebensmittel oder auch das Leitungswasser mit Fluor angereichert, um die Bevölkerung ausreichend damit zu versorgen. Als es in den Verdacht geriet, Gesundheitsschäden zu verursachen, wurden diese Massnahmen eingestellt. Doch ist Fluor nun heilsam oder schädlich? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen erhältst du hier.

Schiefe Zähne – alles Wissenswerte auf einen Blick

Wenn du als Kind eine Zahnspange trugst, weisst du, dass das manchmal nicht einfach ist. Rückblickend wirst du dir wahrscheinlich sagen, dass das Ertragen der Sticheleien es wert war, um beschwerdefreie und gleichmässige Zähne zu bekommen. Dass die eigenen Kinder schiefe Zähne bekommen, gehört zu den grössten Ängsten der Eltern. Dabei sind nicht nur Kinder gefährdet. Schiefe Zähne können auch im Erwachsenenalter entstehen. Wie sie zustande kommen, was du dagegen tun kannst und wie hoch die Kosten sind, erfährst du im Folgenden.

Zahnfleischentzündung – woher kommt sie und was hilft dagegen?

Geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischbluten und Mundgeruch – dahinter kann eine Zahnfleischentzündung stecken. Im schlimmsten Fall werden chronische oder ständig wiederkehrende Zahnfleischentzündungen zu Parodontitis und führen im weiteren Verlauf zum Zahnverlust. Mit einer täglichen Zahnpflegeroutine zur gründlichen Reinigung von Zahnfleisch, Zunge und Zähnen beugst du Zahnfleischentzündungen zuverlässig vor. Zudem bringst du leichte Entzündungen durch eine Verbesserung deiner Mundhygiene schnell zum Abklingen und verhinderst damit Schlimmeres. Und: Meist stecken bakterielle Infektionen hinter der Entzündung. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, neben dem täglichen Zähneputzen und der Zahnzwischenraumpflege mit Zahnseide oder Interdentalbürsten auch zu antibakteriellen Mundspüllösungen zu greifen.