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Lappenplastik – rekonstruktive Chirurgie in der Zahnmedizin

Lappenplastik – rekonstruktive Chirurgie in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin wird das bewährte Verfahren der Lappenplastik in der rekonstruktiven Kieferchirurgie eingesetzt, um verloren gegangene Teile des Kieferapparats wiederherzustellen. In der Regel wird dazu ein sogenannter Osteokutaner Lappen genutzt, also ein Hautlappen, der zudem Teile der Faszie, des Gewebes und Knochen enthält. Diese Technik erfordert, dass die Lappenplastik frei transplantiert wird. In der Folge müssen die Gefässe durch Verfahren der Mikrochirurgie an die lokale Blutversorgung angeschossen werden. Zudem verursacht die Lappenplastik an der Entnahmestelle eine grössere Wunde, die zu schliessen ist. Die Rekonstruktion des Kiefers oder von Teilen davon mit einer Lappenplastik ist für gewöhnlich die erfolgreichste Methode.

Wird die Lappenplastik in der Zahnmedizin nur als Operationstechnik zur kosmetischen Rekonstruktion eingesetzt?

In der Tat ist die kosmetische Wiederherstellung des Kiefers und damit des Gesichtes ein primäres Ziel der Lappenplastik. Allerdings liegt auch die funktionelle Herstellung des Kieferapparates im Fokus der plastischen Kieferchirurgie. Sind Teile des knöchernen Kauapparates beispielsweise durch einen Unfall verloren gegangen, können diese durch einen Osteokutanen Lappen ersetzt werden. Nach der Transplantation von Haut, Faszie und Knochen in den lokalen Defekt dauert es, bis sich neue Knochenmasse gebildet hat und mit angrenzenden Strukturen fest verbunden ist. Bei vollständiger Verheilung kann der Kiefer schlussendlich wieder seine normale Funktion als Kauapparat übernehmen, was für die betroffenen Patienten eine deutliche Steigerung der Lebensqualität mit sich bringt.

Was verstehen Mediziner unter einer gestielten Lappenplastik?

Bei einer gestielten Lappenplastik wir das Implantat unter Beibehaltung der Blutversorgung aus der unmittelbaren Umgebung nahe der Implantationsstelle entnommen. So kann beispielsweise eine Nase plastisch rekonstruiert werden. Dazu wird ein Lappen zumeist aus der hohen Stirn entnommen, wobei die blutführenden Gefässe erhalten bleiben. Anschliessend wird diese Lappenplastik zur Deckung und Modellierung der Nase genutzt, wobei nach wie vor die Blutversorgung vom Ort der Entfernung übernommen wird. Erst wenn das Transplantat fest angewachsen und sich neue Gefässstrukturen gebildet haben, kann die Blutversorgung zum Entnahmeort unterbrochen werden. Diese Operationstechnik vermindert die Gefahr von Komplikationen signifikant. Allerdings kann nur ein lokaler Defekt therapiert werden. Liegen der Ort der Entnahme der Lappenplastik und die zu rekonstruierende Stelle zu weit auseinander, muss die freie Lappenplastik genutzt werden, wobei die Blutversorgung durch mikrochirurgisches Verbinden der Blutgefässe erfolgt.

Wird in der plastischen Chirurgie die Lappenplastik nur im Bereich der Kieferorthopädie eingesetzt?

Die Verwendungsmöglichkeiten der gestielten und freien Lappenplastik sind überaus facettenreich. Dieses chirurgische Verfahren findet unter anderem Anwendung bei folgenden Massnahmen:

  • Rekonstruktion der weiblichen Brust
  • Wiederherstellung von Nasen
  • Neuaufbau von Kiefern
  • Brandverletzungen
  • Defekte an den Händen
  • Dekubitus (Wundliegen nach langer Krankheit)
  • Wundheilungsstörungen

Wie lang ist die Genesungsdauer nach einer Lappenplastik?

Bei einer gestielten Lappenplastik wird die Blutversorgung zum Entnahmegebiet nach rund drei Wochen unterbrochen. Damit ist die Rekonstruktion aber noch nicht abgeschlossen. Je nach Grösse, Art und Ausmass der Lappenplastik kann die Verheilung bis zur Arbeitsfähigkeit bis zu drei Monate in Anspruch nehmen, in schweren Fällen auch länger. Insbesondere bei sehr ausgedehnten Lappen musst du bis zur vollständigen Verheilung oftmals mit einem oder mehreren Jahren rechnen, beispielsweise bei grossflächigen Brandverletzungen oder einem ausgedehnten Dekubitus. Wichtig beim Heilungsprozess ist, dass keine Komplikationen auftreten. Dies ist mitunter schwierig, insbesondere wenn Wundheilungsstörungen der Grund für den Eingriff waren oder wenn der Patient an anderen Vorerkrankungen leidet, die eine Wundheilung beeinträchtigen können, beispielsweise an Diabetes.

Wie stark sind die Schmerzen nach einer Lappenplastik?

Du musst mit einem ausgeprägten Wundschmerz rechnen, der sich aber fast immer auf den regionalen Bereich der Lappenentnahme und der Transplantation beschränkt. Dein Zahnarzt wird dir zur Linderung ein Schmerzmittel verschreiben. Das Schmerzgefühl selbst klingt in der Regel binnen weniger Tage ab. Allerdings setzt dann häufig ein sehr belastender Juckreiz ein, der durch die Wundheilung verursacht wird. Hier kann der behandelnde Arzt mit einem Antihistaminikum helfen, denn es ist dir nicht erlaubt, die Lappenplastik zu berühren, geschweige denn daran zu kratzen. Aber: Der Juckreiz ist ein gutes Zeichen, denn er zeigt dir an, dass der Heilungsprozess eingesetzt hat.

Welche Zahnärzte können eine Lappenplastik durchführen?

Es sind detaillierte Kenntnisse der menschlichen Anatomie notwendig, um eine Lappenplastik anfertigen zu können. Zudem muss der behandelnde Mediziner eingehende Kenntnisse haben in:

  • Gefässchirurgie
  • Mikrochirurgie
  • unterschiedlichen Verfahren der Lappenplastiken
  • Kieferchirurgie
  • plastischer Chirurgie

Hier auf unserem Vergleichs-Portal findest du derart exzellent ausgebildete Spezialisten, die sich mit der Rekonstruktion des Kiefernapparates und den dazu notwendigen chirurgischen Verfahren beschäftigen.

Welche Kosten müssen Patienten bei einer Lappenplastik selbst tragen?

In der Regel wird eine Lappenplastik von der Krankenkasse vollständig übernommen, selbst wenn mehrere chirurgische Eingriffe notwendig sein sollten. Dies gilt übrigens für alle rekonstruktiven plastischen Operationen, also auch bei der Wiederherstellung der weiblichen Brust nach Krebs. Kosten für eine Lappenplastik können allenfalls dann dem Patienten angelastet werden, wenn dieser eine privatärztliche Behandlung verlangt oder Sonderwünsche wie die Unterbringung in einem Einzelzimmer äussert, sofern dies nicht durch den Krankenversicherungsvertrag abgedeckt ist. Allerdings können zusätzliche Kosten entstehen, wenn nach der Lappenplastik am Kiefer ein Zahnersatz notwenig wird, entweder durch Zahnimplantation oder als Prothese.

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