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Eckzähne – 7 Fragen rund um die "Aussenseiter" im menschlichen Gebiss

Eckzähne – 7 Fragen rund um die "Aussenseiter" im menschlichen Gebiss

Die längsten hat der Elefant, mit den schärfsten dagegen kann wohl der afrikanische Tiger aufwarten: Die Rede ist von den Eckzähnen. Jedes Säugetier besitzt und damit natürlich auch der Mensch. Ursprünglich waren sie bei uns sogar weit ausgeprägter, als sie es heute sind. Denn um unsere „Beute“ zu zerteilen, sind wir heute natürlich nicht mehr auf einen starken Eckzahn angewiesen. Vielen von uns bereitet er sogar eher Probleme. Wenn sie also nicht mehr sind, was sie einmal waren – welche Rolle spielen dann unsere Eckzähne überhaupt noch?

Wie ist das menschliche Gebiss aufgebaut?

Ein ausgewachsener Mensch hat 28 bis 32 Zähne im Mund, in seltenen Fällen können es bis zu 36 Zähne sein. Ober- und Unterkiefer bestehen aus jeweils acht hinteren (Molaren) und acht vorderen Backenzähnen (Prämolaren), wobei letztere etwas kleiner ausfallen. Die vier Weisheitszähne werden in der Fachsprache „Dritte Molaren“ genannt. Allerdings sind sie bei einigen Menschen gar nicht angelegt und brechen bei anderen nie durch.

Die oberen und unteren vier Schneidezähne sollen die Nahrung aufnehmen und festhalten, während die Backenzähne diese Nahrung zerkauen. Die Bezeichnung „Molaren“ bedeutet auch soviel wie „Mahlzähne“, was ursprünglich mit der Funktion der Mühlsteine verglichen wurde. Am Übergang von den Front- zu den Seitenzähnen sitzen die Eckzähne.

Wie kommt der Eckzahn zu seinem Namen?

Der Eckzahn ist ein konisch und spitz zulaufender Zahn, der zwischen den Schneidezähnen und den vorderen Backenzähnen sitzt. Zwei der vier Eckzähne sitzen im oberen Kiefer, zwei im Unterkiefer. Der Name rührt daher, dass der Kieferbogen an dieser Übergangsstelle einen deutlichen Knick, also eine Ecke, aufweist. Der Eckzahn wurde früher oft als „Hundszahn“ bezeichnet. Sein lateinischer Name „Dens caninus“ bedeutet auch tatsächlich: Hundezahn.

Welche Besonderheiten weisen die Eckzähne im Gegensatz zu den Molaren auf?

Von allen unseren Zähnen hat dieser Zahn die mit Abstand längste Zahnwurzel – und nur eine einzige. Eine Art Alleinstellungsmerkmal ist auch, dass diese Wurzel oft stark gekrümmt ist. Bei Kindern bricht der Eckzahn des Milchgebisses in der Regel im Alter zwischen einem und anderthalb Jahren durch. Dabei kann man feststellen, dass er im Oberkiefer meistens erst nach den Schneidezähnen hervor wächst. Im Unterkiefer ist es genau umgekehrt: hier erscheint er im Normalfall schon vor den unteren Schneidezähnen. Die bleibenden Eckzähne erhalten Kinder mit zehn oder elf Jahren.

Welche Funktion erfüllt der Eckzahn eigentlich?

Man nimmt heute an, dass die Eckzähne evolutionstechnisch gesehen als Mittel zur Verstärkung von Drohgebärden angelegt wurden. Bei den männlichen Primaten sind diese Zähne immer ein wenig stärker ausgeprägt als bei weiblichen, was übrigens genauso für uns Menschen gilt. Im Laufe der Jahrtausende hat sich dieser Zahn im Bereich der Krone, also dem sichtbaren Bereich, deutlich zurückgebildet. Er dient vor allem dem Zerlegen und Reissen vor Nahrungsteilen. Umgangssprachlich wird er daher gerne als „Reiss-Zahn“ bezeichnet, was zweifellos seine wichtigste Aufgabe beschreibt.

Weshalb bereiten Eckzähne oftmals besondere Probleme?

Das hängt wohl mit ihrer ungewöhnlichen anatomischen Form und Lage im Gebiss zusammen. Im Englischen wird der Eckzahn „Eye Tooth“ genannt – also Augenzahn. Dies weist schon auf ein spezielles Merkmal hin. Die auffällig lange Wurzel der oberen Eckzähne reicht nämlich bis knapp unter den Knochen der Augenhöhle. Wenn er entzündet ist, kann der Schmerz bis in diese Gesichtsregion und darüber hinaus ausstrahlen. Bei manchen Patienten sind die Eckzähne auch retiniert oder verlagert, was bedeutet, dass sie aufgrund von Platzmangel nicht durchbrechen können. Die Wurzeln der Eckzähne sind in den meisten Fällen von der Körpermitte weg gebogen. Bei der Behandlung führt dies manchmal zu Komplikationen.

Wie kann ein verlagerter Eckzahn behandelt werden?

Für den Behandlungsverlauf ist es sehr günstig, wenn eine Verlagerung oder Retention des Eckzahns möglichst früh erkannt wird. Bei Kindern und Jugendlichen kann der verwachsene Zahn von einem Zahnarzt freigelegt werden. Nach Abheilung der Wunde erfolgt eine kieferorthopädische Behandlung. Dabei wird der verlagerte Eckzahn mithilfe aufgeklebter Brackets in eine festsitzende Zahnspange mit einbezogen und so nach und nach korrigiert. Diese Therapie findet auch bei erwachsenen Patienten Anwendung. Manche Eckzähne sind allerdings so stark verlagert, dass sie operativ entfernt werden müssen.

Welche Faktoren gibt es bei der Behandlung allgemein zu berücksichtigen?

Die vier Eckzähne sind unter anderem dazu da, die Kaukräfte abzuleiten. Ansonsten würden diese mit hohem Druck auf die Molaren treffen, die dadurch einer extremen Belastung ausgesetzt wären. Allgemein wird dies als Eckzahnführung bezeichnet. Diese Eckzahnführung muss bei Eingriffen am Kiefer immer Berücksichtigung finden. Bedingt durch den Aussendruck, dem sie standhalten müssen, haben die Eckzähne eine höckerartige Form mit ausgeprägten Rillen. Wird am Zahn eine Füllung gelegt oder Zahnersatz befestigt, sollte der Zahnarzt die Restauration immer dieser natürlichen Zahnform anpassen.

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