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Odontom – Wichtige Informationen über die gutartige Geschwulst im Mundraum

Odontom – Wichtige Informationen über die gutartige Geschwulst im Mundraum

Odontome sind die häufigsten im Bereich der Zähne vorkommenden Geschwüre. Sie wachsen langsam, verursachen keine Schmerzen und zählen zu den benignen, also gutartigen Tumoren. Problematisch ist, dass sie deshalb oft übersehen werden. Bis zur Diagnose können sie dann bereits Schäden, beispielsweise bezüglich der Zahnstellung, verursacht haben, denn sie betreffen meistens die noch nicht durchgebrochenen bleibenden Zähne. Deshalb ist es nützlich, wenn Eltern über die Existenz dieser Fehlbildungen unterrichtet sind.

Was für eine Erkrankung ist das Odontom?

Unter einem Odontom versteht die Zahnmedizin ein gutartiges Geschwulst, das sich aus den Zahnhartsubstanzen der Zähne bildet. Es kann also aus Zahnschmelz, Zahnbein (Dentin) oder Zahnzement bestehen. Zahnärzte betrachten diese Erkrankung eher als Fehlbildung des Zahnkeims oder als Missbildung beziehungsweise entwicklungsbedingte Anomalie der Zahnleiste, weniger als echten Tumor. Sie verursacht zunächst keine Beschwerden. Deshalb wird sie oft erst als Verschattung bei Röntgenuntersuchungen entdeckt, die aus anderen Gründen vorgenommen wurden. Übrigenns: Das männliche Geschlecht ist häufiger davon betroffen.

Die Medizin unterscheidet Odontome nach den hauptsächlich vorhandenen Substanzen.

  • hartes Odontom: enthält vorwiegend Dentin
  • komplexes Odontom: enthält Zahnschmelz, Zahnbein und Zahnzement zu gleichen Teilen
  • weiches Odontom: kleine Wucherung von Zellen, die während der Zahnentwicklung auftritt
  • zusammengesetztes Odontom: zahnähnliches Gebilde aus den drei Zahnhartsubstanzen, das aufgrund seiner Grösse Zähne verdrängen kann
  • Verbund-Odontom: zahnähnliche Geschwulst in der Kieferhöhle

Wie, wann und an welchen Stellen entstehen die Geschwulste in Oberkiefer und Unterkiefer?

Odontome bilden sich meistens in den wachsenden bleibenden Zähnen. Daher sind sie am häufigsten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen anzutreffen. Die Ursache für die Entstehung der Krankheit ist nicht bekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass Infektionen, Vererbung oder Mutationen sowie Traumata wie Unfälle an der Entstehung beteiligt sein könnten. Oft treten sie im Zusammenhang mit Zahnlücken, unvollständig durchgebrochenen Zähnen oder verschobener Zahnstellung auf. Komplexe Odontome entwickeln sich häufiger im hinteren Unterkiefer, zusammengesetzte Odontome im vorderen Bereich des Oberkiefers.

Was ist ein ameloblastisches Odontom?

Diese Form der Erkrankung, auch als Odontoameloblastom bezeichnet, ist ein äusserst seltener Tumor. Er kommt bei Kindern unter 15 Jahren vor und tritt im hauptsächlich in den hinteren Kieferbereichen von Unterkiefer und Oberkiefer auf. Dieser odontogene Tumor ist gutartig, er wächst langsam, aber expansiv und invasiv. Ähnliche Erkrankungen, die diagnostisch nicht immer einfach zu unterscheiden sind, sind das ameloblastische Fibrom, das ameloblastische Fibroodontom und das Ameloblastom.

Was versteht man unter einer Odontomzyste?

Mit Odontomzysten oder besser odontogenen Zysten sind Zysten im Kieferbereich gemeint. Diese abgekapselten Hohlräume sind mit Flüssigkeit gefüllt. Sie können beispielsweise durch Entzündungen oder in der Folge von Operationen entstehen. Nicht selten entstehen sie auch an der Wurzel kranker oder abgestorbener Zähne. Weil sie sehr langsam wachsen und nicht schmerzen, werden sie oft erst entdeckt, wenn sie im Kiefer kleine Beulen bilden. Diese Zysten sind nicht gefährlich. Dennoch werden sie in der Regel entfernt, weil sie bei weiterem Wachstum die Stabilität des Kiefers beeinträchtigen können.

Wie werden Odontome behandelt?

Odontome werden meist zufällig in der Zahnarztpraxis entdeckt, beispielsweise, wenn die Zähne asymmetrisch durchbrechen oder der Zahndurchbruch gestört ist. Dann wird radiologisch die genaue Ausdehnung und Lage der zahnähnliche Geschwulste ermittelt. Werden Odontome rechtzeitig entfernt, ist ein spontaner Zahndurchbruch oft noch möglich und die Schädigung der umliegenden Gewebe wird verhindert. Nach dem gründlichen Entfernen ist der Tumor in der Regel dauerhaft verschwunden. Odontome neigen nicht zu Rezidiven.

Die chirurgische Entfernung erfolgt meistens in einer Zahnklinik oder einer Praxis für Kieferchirurgie. Wichtig ist, dass der komplette abgegrenzte oder eingekapselte Gewebebereich herausgeschält wird. In seltenen Fällen müssen Zähne in diesem Bereich mit entfernt werden. Dann sind gegebenenfalls weitergehende chirurgische und kieferorthopädischer Massnahmen erforderlich. Mithilfe der modernen Implantologie kann auch in schwierigen Fällen ein funktionell und ästhetisch perfektes Gebiss wiederhergestellt werden.

Wie gefährlich ist dieser Tumor?

Der Tumor gilt nicht als bösartig. Er infiltriert und zerstört das umliegende Gewebe nicht. Er bildet auch keine Metastasen. Odontome verdrängen ab einer bestimmten Grösse aber das benachbarte Gewebe. Deshalb können in der Kindheit den Durchbruch anderer Zähne in die Mundhöhle behindern. Das führt häufig zur Bildung von Zysten.

Das Odontom kann allerdings Hinweise auf eine gefährliche Erkrankung liefern. Diese Darmerkrankung (adenomatöse Polyposis) tritt nämlich häufig in Verbindung mit auffälligen zahnmedizinischen Anomalien auf. Weil sie fast immer zu Darmkrebs führt, kann eine möglichst frühe Behandlung lebensrettend sein.

Was sind Odontom-ähnliche Anomalien der Zähne?

Verschiedene Zahnentwicklungsstörungen werden als Odontom-ähnliche Missbildungen betrachtet. So können Verkalkungsstörungen zu unvollständiger Ausbildung des Zahnschmelzes führen oder Kronen- und Wurzelmissbildungen ein ähnliches Erscheinungsbild aufweisen. Bisweilen ist die komplette Entwicklung eines Zahnes gestört, wenn beispielsweise ein Milchzahn bei einem Unfall in den Kiefer gedrückt wurde. Dann ist meist auch der bleibende Zahnkeim geschädigt und es entstehen häufig Fehlstellungen und Durchbruchsstörungen bei den bleibenden Zähnen. Solche Symptome sind schwer von denen eines Odontoms zu unterscheiden.

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